Eine Organisation kann beispielsweise Kriege, Wetterereignisse, politische Entscheidungen, technologische Entwicklungen oder weltweite Marktentwicklungen nicht unmittelbar steuern.
Trotzdem können diese Entwicklungen erhebliche Auswirkungen auf eine Organisation haben.
Für das Risikomanagement ist deshalb eine wichtige Unterscheidung erforderlich:
Die Ursache eines Risikos muss nicht beeinflussbar sein, damit eine Organisation ihre eigene Betroffenheit oder die Auswirkungen des Risikos beeinflussen kann.
Beispiel 1: Krieg
Eine Organisation kann einen Krieg nicht verhindern.
Sie kann aber möglicherweise beeinflussen:
- wie stark sie von einzelnen Lieferanten abhängig ist,
- ob alternative Lieferanten vorhanden sind,
- wie groß ihre Lagerbestände sind,
- wie widerstandsfähig ihre Lieferketten sind,
- welche Notfallmaßnahmen vorbereitet wurden.
Das Risiko des Krieges selbst kann die Organisation nicht beseitigen. Sie kann aber Maßnahmen treffen, um die Auswirkungen auf die eigene Organisation zu begrenzen.
Beispiel 2: Technologische Entwicklung
Technischer Fortschritt ist nicht automatisch ein Risiko.
Neue Technologien können beispielsweise auch Chancen bieten.
Ein Risiko kann jedoch entstehen, wenn eine Organisation notwendige technische Entwicklungen nicht erkennt oder ihre eigenen Systeme nicht rechtzeitig anpasst.
Beispielsweise kann eine veraltete IT-Infrastruktur zu Sicherheits-, Betriebs- oder Wettbewerbsrisiken führen.
Beispiel 3: Marktentwicklung
Auch eine Marktentwicklung ist nicht automatisch ein Risiko.
Eine Veränderung des Marktes kann jedoch zu einem Risiko werden, wenn sie die Ziele der Organisation negativ beeinflusst.
Die Organisation kann den gesamten Markt nicht steuern. Sie kann aber beispielsweise ihre Produkte, Dienstleistungen, Kostenstrukturen oder Vertriebswege an veränderte Bedingungen anpassen.
Der entscheidende Gedanke
Im Risikomanagement sollte deshalb nicht nur gefragt werden:
„Kann die Organisation die Ursache des Risikos beeinflussen?“
Sondern auch:
„Kann die Organisation ihre eigene Betroffenheit oder die möglichen Auswirkungen beeinflussen?“
Diese Unterscheidung ist für die Risikosteuerung besonders wichtig.
Auch wenn eine Organisation die Ursache eines Risikos nicht verändern kann, kann sie häufig Maßnahmen treffen, um dessen Eintrittswahrscheinlichkeit für die eigene Organisation zu reduzieren oder die Schadensauswirkung zu begrenzen.
Damit werden externe und globale Entwicklungen zu relevanten Bestandteilen des Risikomanagements.